Ausstellungsansicht

Jurybericht der Kunstkreditkomission
Die eingereichte Installation von Dunja Herzog ist das Ergebnis eines Reisestipendiums nach Kamerun im Jahr 2006. Im Projekt spielt die Künstlerin bewusst mit stereotypen Vorstellungen von afrikanischer Kunst. Zuerst tut sie sich schwer mit der vermarkteten, auf den Tourismus ausgerichteten Volkskunst. Im Dialog mit den ortsansässigen Künstlerinnen und Künstlern erkennt sie aber mehr und mehr auch die Zwiespältigkeit der hehren Kunst und lässt sich auf die Welt der dortigen Künstler und Kunsthandwerker ein und bedient sich schliesslich selbst der „unkreativen“ Arbeitsweise. In enger Zusammenarbeit mit den afrikanischen Kunsthandwerkern, die ihr unterdessen die Bronzetechnik beigebracht haben, veranstaltet sie ein frei erfundenes Heiratsritual mit zwei selbst gegossenen, bronzenen Fetischen. Die Installation besteht aus dem Video eines inszenierten Heiratsrituals, zwei museal arrangierten Bronzefigürchen (ein Weibchen und ein Männchen), einem schönen Büchlein sowie Interviews auf CD.
Das forschende und künstlerische Vorgehen und eine Reflexion über den Stellenwert von Kunst, Kunsthandwerk und den Kunstmarkt in einem für westliche Betrachtende wenig bekannten Umfeld hat die Jury sehr beeindruckt.